Full-Remote Unternehmen vs. COVID-19 - Teil 1

Wie ich mein Unternehmen im Kosovo durch eine der einflussreichsten Epidemie-Zeiten manövriere und welche Rolle dabei der Ansatz eines full-remote Unternehmens spielt.

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By ARBRIM THACI

Als ich mich Anfang 2019 dazu entschied meinen Impact im Kosovo selbst in die Hand zu nehmen und ein Unternehmen zu gründen, wollte ich gewisse Dinge miteinander verbinden. Auf der einen Seite war das mein Drang mein Wissen und meine Fähigkeiten einzusetzen, um der Jugend vor Ort Möglichkeiten zu bieten, am globalen digitalen Markt teilnehmen zu können. Andererseits war da aber auch die experimentierfreudigkeit beim Start meines ersten Unternehmens inkl. Ideen, Theorien und Modellen. 

Mit MakerMinds, so heißt das Unternehmen, habe ich von Anfang an alle Prozesse und Vorgehensweisen so aufgebaut, dass das Unternehmen komplett online funktioniert. Auch die Arbeitsweise der Teammitglieder (ich mag das Wort Angestellte nicht) bleibt nicht davon verschont. Alle Teammitglieder arbeiten von Anfang an von zuhause aus und die Kommunikation, sowie die Arbeit an sich, erfolgt im virtuellen Büro. In der Praxis sah das Ganze dann so aus, dass unser anfängliches Angebot daraus bestand, Unternehmen und Selbstständige durch virtuelle Assistenz unter die Arme zu greifen. Mit Fokus Deutschland, Österreich, Schweiz. Die Tätigkeit der virtuellen Assistenz ließ sich perfekt in den full-remote Ansatz (ortsunabhängige Arbeit) eingliedern.   

“Dennoch wäre ich nie auf die Idee gekommen MakerMinds als full-remote Unternehmen an den Start zu bringen, um es dadurch gegen eine der einflussreichsten Epidemie-Zeiten zu wappnen.”

Anfang 2020 erfolgte bei uns dann eine größere Umstrukturierung: Die Dienstleistung in Form der virtuellen Assistenz war prinzipiell eine gute Idee, aber die Synergieeffekte reichten mir noch nicht aus, um den selbstgesteckten Impact im Kosovo gerecht zu werden. Zu diesem Zeitpunkt bestand das Team aus vier Mitgliedern und ich stellte mir die Frage, wie viele neue Jobs ich noch schaffen, sowie finanziell stemmen könnte. 

Zusätzlich ließ sich die Doppelbelastung durch meine Tätigkeit als freiberuflicher Softwareentwickler immer schwerer mit den aufwendigen organisatorischen Tätigkeiten eines Unternehmensführers vereinbaren. Es schien als hätte ich mich selbst in eine Falle gesteuert. Ich erkannte, dass ein anderes Geschäftsmodell her musste, dass sich an den Anforderungen meiner Zweigleisigkeit anpassen kann. Dazu gehörten automatisierbare, sowie schlanke Prozesse, Skalierbarkeit und die Selbstständigkeit des Teams. 

Aus diesem Grund änderten wir den Kurs und testeten den Markt im Kosovo hinsichtlich des Interesses für ein Coaching-Angebot im Bereich Java Programmierung, dem Bereich, wo ich eigentlich herkomme. Somit könnte MakerMinds zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Durch das Coaching-Angebot würden wir eine Vielzahl von Menschen im Kosovo das Wissen und die Fähigkeiten vermitteln können, um am globalen digitalen Markt teilzunehmen und auf der anderen Seite könnten mit den Einnahmen durch den Verkauf dieser Produkte primär die Arbeitsplätze der Teammitglieder finanziert, sowie später ausgebaut werden. 

Wir hatten die Marktvalidierung gerade erfolgreich abgeschlossen und starteten mit der Produktentwicklung, als gleichzeitig noch etwas anderes mitstartete: Corona a.k.a COVID-19. Auf einmal brach das Chaos aus. Unternehmen waren/sind in Gefahr, Arbeitsplätze bedroht und der drastischste Schritt, der gerade in Deutschland fast schon ein Tabu-Thema für einige Unternehmen war: Homeoffice wird Pflicht! Ach du meine Güte, der Maya-Kalender hatte die Prognose um 8 Jahre verfehlt. 

Wer meine Inhalte bisher verfolgt hat weiß, dass ich seit längerer Zeit von ortsunabhängiger Arbeit schwärme und dabei den Work-Life-Merge, statt die Work-Life-Balance bevorzuge. Dennoch wäre ich nie auf die Idee gekommen MakerMinds als full-remote Unternehmen an den Start zu bringen, um es dadurch gegen eine der einflussreichsten Epidemie-Zeiten zu wappnen.    

Wie sich Corona auf unser Unternehmen ausgewirkt hat und wie wir mitten in dieser wahrhaft abgefahrenen Zeit sogar ein zweites Produkt entwickeln (Coaching zum virtuellen Assistenten), erfahrt ihr im kommenden zweiten Teil dieser Artikelserie. 

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Arbrim Thaci

Freiberuflicher Softwareentwickler mit Schwerpunkt Java und Gründer von MakerMinds L.L.C., einem full-remote Unternehmen für E-Learning in Kombination mit online Coaching Konzepten.